Kanzeon

Buddha hat uns gezeigt, wie die Welt, die wir durch unsere Verblendungen ganz falsch wahrnehmen wirklich aussieht und uns die Lehre dargelegt, wie wir dem Leiden dieser Welt entgehen können. Da mag nun jemand sagen, das sei Glaubenssache. Aber das ist falsch! Denn es ist nur eine Sache der richtigen Sichtweise und diese können wir entwickeln. Der Buddhismus kann uns dabei helfen. Möge uns der barmherzge Bodhisattva Avalokiteshvara beistehen, den Dharma zu erkennen und zu verwirklichen.

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Standort: Boppard, Rheinland-Pfalz, Germany

Samstag, April 30, 2005

Der edle achtfache Pfad

Was aber ist der edle achtfache Pfad, der zur Auflösung der Leidensursache und somit zur Auflösung allen Leidens führt?

Es sind dies:

1. die rechte Erkenntnis
d.h. das rechte Verständnis der vier heiligen Wahrheiten
2. die rechte Gesinnung
d.h. Entsagung von der Sinnenlust, ohne Groll und ohne Hass
3. rechte Rede
- die Unwahrheit zu sagen vermeiden, der Wahrheit zugetan sein
- Verleumdung vermeiden
- entzweiende Rede vermeiden, Eintracht fördernder Rede zugetan sein
- barsche Worte vermeiden, zu Herzen gehender Worte zugetan sein
- Plappern und Plaudern vermeiden, sinnreicher und angemessener Rede zugetan sein
4. Rechtes Handeln
- Lebendiges umzubringen vermeiden
- Nichtgegebenes zu nehmen vermeiden
- sich sexueller Ausschweifung enthalten
- berückender und berauschender Mittel zu entsagen
5. Rechter Wandel
d.h., sich einer rechten Lebensführung zu verpflichten, seinen Lebensunterhalt durch ehrliche und rechte Arbeit zu erwerben, die keinem anderen Wesen zum Nachteile gereicht
6. Rechtes Mühen
d.h. sich stehts zu bemühen, stets zu streben, kampfbereit seinen Willen zu wecken, um
- noch nicht aufgestiegene unheilsame Dinge erst gar nicht in sich aufsteigen zu lassen
- bereits aufgestiegene unheilsame Dinge wieder niederzukämpfen
- noch nicht aufgestiegene heilsame Dinge in sich aufsteigen zu lassen
- bereits aufgestiegene heilsame Dinge in sich zu festigen, zu entfalten und weiter zu entwickeln
7. Rechte Einsicht (wird später noch eingehender erläutert werden...)
d.h. unermüdlich klaren Sinnes, frei von weltlichem Begehren und Bekümmern zu wachen über
- den Körper
- die Gefühle
- das Bewusstsein
- alle Erscheinungen
8. Rechte Einigung
d.h. alle diese Punkte der vier heiligen Wahrheiten und des edlen achtfachen Pfades durch tiefe meditative Versenkung und vollkommener geistiger Konzentration zu verinnerlichen, sich zu Eigen zu machen und zu einem Teil seiner Selbst werden zu lassen.

Freitag, April 29, 2005

Die vier heiligen Wahrheiten

Buddha, der Erhabene, der Heilige, der vollkommen Erwachte hat unter den zwölf Gliedern der bedingten Entstehung nun eine Stelle entdeckt, an der man ansetzen kann, den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen und allem Leiden zu entgehen - den Durst (tanha). Darauf basierend hat er die vier heiligen Wahrheiten dargelegt:

1. Die heilige Wahrheit vom Leiden
-Alles Leben ist Leiden !
Geburt ist Leiden. Krankheit ist Leiden. Alter ist Leiden. Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung ist Leiden. Begehrliches nicht zu erlangen ist Leiden. Von Geliebtem getrennt sein ist Leiden. Mit Ungeliebtem zusammenkommen ist Leiden. Die fünf Stücke des Anhaftens sind Leiden: das Anhaften am Körperlichen, Anhaften an den Empfindungen, Anhaften an den Wahrnehmungen, Anhaften an den Unterscheidungen, Anhaften am Bewusstsein ist Leiden.


2. Die heilige Wahrheit von der Ursache des Leidens
-Alles Leiden hat eine Ursache !
Das ist der Durst - jener gnügensgierverbundene, Wiederdasein säende Durst – der Wohlseinsdurst, der Daseinsdurst, der Nichtdaseinsdurst.


3. Die heilige Wahrheit von der Aufhebung des Leidens
-Tilgt man die Ursache des Leidens, tilgt man auch alles Leiden an sich !
Um dem Leiden gänzlich zu entgehen, muss man also diesen Durst ausroden, mit Stumpf und Stiel, dass nicht der winzigste letzte Rest davon bleibt.


4. Die heilige Wahrheit von dem zur Auflösung des Leidens führenden Pfad
-Die Methode aber, die zur Auflösung der Ursachen des Leidens führt, ist der edle achtfache Pfad, den der Erhabene für uns verkündet hat.

Donnerstag, April 28, 2005

Die zwölf Glieder der bedingten Entstehung

Buddha - der Erhabene, der Heilige, der vollkommen Erwachte hat durch die 12 Glieder der bedingten Entstehung, die bildlich auch gelegentlich als das 'Rad des Werdens' (bhavacakra) dargestellt werden, das Wesen der Existenz, des Karmas und der Wiedergeburten erläutert (z.B. Samyutta-Nikaya, Buch 2).

Das Nichtwissen (moha, auch Verblendungen – avijja genannt) der Lebewesen ist das Grundübel in der Welt, weil es den Erkenntnisblick der Lebewesen verschleiert und sie nicht die wahre Natur der Dinge erkennen lässt. Dadurch lassen die Wesen sich zu ihrem Handeln verleiten, was bestimmte Auswirkungen auf ihr weiteres Geschick hat - und zwar meist in ungünstiger Weise und auch über dieses jetzige Leben hinaus. Man spricht dabei von den Gestaltungen – den karmischen Bindungen, die das Bewusstsein eines Lebewesens formen, welches wiederum Einfluss hat auf die Form von Körper und Geist des Wesens. Mit Körper und Geist tritt ein Wesen über die sechs Sinnesbereiche Sehvermögen, Gehör, Geruchssinn, Geschmackssinn, Tastsinn und Denkvermögen mit der Außenwelt in Berührung und erfasst die dortigen Erscheinungen. Dadurch wird, sofern dem nicht entgegengesteuert wird, immer eine Form von Durst (tanha) ausgelöst, ein Begehren, das sich auf unterschiedliche Weise äußern kann, beispielsweise durch Zuneigung oder Abneigung zu einem Objekt oder einer Erscheinung – beides ist eine Art von Durst. Lässt man diesen Durst in sich aufkeimen, führt das zur Anhaftung eben an dem entsprechenden Objekt oder Phänomen, wobei Anhaftung auch wiederum ein Habenwollen oder Nicht-Habenwollen sein kann.
Durch diese Anhaftung – auch Festhalten genannt – bleibt das Wesen innerhalb des Kreislaufes der Wiedergeburten, innerhalb von Samsara gefangen und wenn es stirbt, wird es wieder neu. Durch das neue Werden wird es zur nächsten Wiedergeburt bekommen und eine neue Geburt bedeutet unweigerlich auch wieder Altern und Tod!

Und hier noch einmal die zwölf Glieder der bedingten Entstehung im Überblick:
- Nichtwissen bedingt die Gestaltungen
- die Gestaltungen bedingen das Bewusstsein
- aus dem Bewusstsein wird Name und Form (nama-rupa)
- Name und Form treten über die sechs Sinnesbereiche mit der Außenwelt in Kontakt
- diesen Kontakt nennt man Berührung
- die Berührung bedingt das Erfassen der Dinge und Erscheinungen
- das Erfassen führt zum Durst
- der Durst ist die Ursache des Anhaftens
- das Anhaften bedingt das Werden
- das Werden führt zur Geburt
- die Geburt führt zu Alter und Tod

Mittwoch, April 27, 2005

Enmei jiku Kannon-kyô

Sutra in zehn Abschnitten mit der Fürbitte an den Bodhisattva Avalokiteshvara um ewiges Leben

Kanze'on
Namu Butsu
Yo Butsu u in
Yo Butsu u en
Buppôsô en
Jô raku ga jô
Chô nen Kanze'on
Bo nen Kanze'on
Nen nen ju shin ki
Nen nen fu ri shin

Oh, Du grenzenlos barmherziger Bodhisattva Avalokiteshvara,
ich nehme Zuflucht zu den Buddhas !
Bitte hilf mir die Ursachen zu setzen, dereinst selbst ein Buddha zu werden,
mich den Buddhas anzunähern,
den Buddhas, dem Dharma, der Sangha,
der Erleuchtung Verwirklichungen zu erlangen: Ewigkeit, Glückseligkeit, Absolutheit, Reinheit.
Von morgens früh gedenke ich Deiner, Avalokiteshvara.
Bis abends spät gedenke ich Deiner, Avalokiteshvara.
Mit jedem Gedanken lasse ich Dein Bild neu in meinem Herzen aufgehen.
Mit nicht einem einzigen Gedanken entferne ich mich wieder von Dir !

Dienstag, April 26, 2005

Anguttara Nikâya III.33

Also sprach der Erhabene:
"So soll man sich denn, Sâriputta, also üben:
'Bei diesem, ein Bewusstsein besitzendem Körper wie auch bei allen äußeren Vorstellungen sollen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufkommen; und jene Gemütserlösung und Weisheitserlösung wollen wir uns zu eigen machen, in deren Besitz verweilend einem keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können.'
So, Sâriputta, habt Ihr Euch zu üben!"

om bazara darama kiriku
( om vadjra dharma hrih )

Oh, grenzenlos Barmherziger,
hilf mir, die unheilsamen Dinge in mir zu besiegen
und den Dharma zu verwirklichen.

Namu Butsu, namu hô, namu sô !
Namu daiji daihi Kanze'on-Bosatsu Makasatsu !






Das Dharani der Senju-Kannon

Das Dharani des tausendarmigen Bodhisattva Avalokiteshvara

Om bazara darama kiriku
(om vadjra dharma hrih)

Oh, allmitfühlender, grenzenlos barmherziger Bodhisattva Avalokiteshvara,
bitte hilf mir, meine negativen karmischen Prägungen zu reinigen,
bitte hilf mir,
den Dharma zu sehen,
den Dharma zu verstehen,
dem Dharma zu folgen,
den Dharma zu verwirklichen
Mögen alle Wesen frei von Leiden sein !

Ein Dharani ist eine rituelle Formel, der magische Kräfte innewohnen, ähnlich eines Mantras (jap.: Shingon), aber sehr kurz gehalten.

Montag, April 25, 2005

Meine Zufluchtnahme

Namu Butsu, namu Hô, namu Sô
Namu daiji daihi Kanze'on-Bosatsu Makasatsu

Ich nehme Zuflucht zu Buddha - dem Erhabenen, dem Heiligen, dem vollkommen Erwachten !
Ich nehme Zuflucht zum Dharma - der heiligen Lehre, die er uns verkündet hat !
Ich nehme Zuflucht zur Sangha - der edlen Gemeinschaft der Jünger, die ihm nachfolgen !

Ich nehme Zuflucht zum allmitfühlenden, grenzenlos barmherzigen Bodhisattva Avalokiteshvara Mahasattva!

Mögen alle Wesen nur Glück erfahren ...

Begrüßung

Hallo, Ihr Lieben !

Ich habe heute meinen Blog eröffnet.

Hier soll sich alles um den Buddhismus drehen.

Wie Ihr am Titel des Blogs erkennen könnt, steht der Blog im Zeichen der Kanze'on - auch bekannt als Kannon oder in China als Guanyin, im Indischen als Bodhisattva Avalokiteshvara: ein erleuchtetes Wesen, das allen anderen Wesen in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit helfen will, ebenfalls die Erleuchtung zu erlangen und damit auszubrechen aus dem illusorischen Leben innerhalb des anfangslosen Kreislaufs der Wiedergeburten...

Ich hoffe, daß dieser Blog zu regem Gedankenaustausch führen wird und freue mich auf Eure Mitteilungen !

Mögen alle Wesen den Dharma sehen...
Herzlichst
Georg